Über Kurs
Kursbeschreibung: Histrionische Persönlichkeitsstruktur (F60.4)
Eine histrionische Persönlichkeitsstruktur ist kein Zeichen von „Übertreibung“ oder Aufmerksamkeitssuche aus Absicht, sondern ein stabiles Muster, wie ein Mensch Emotionen ausdrückt, Beziehungen gestaltet und soziale Resonanz herstellt. In diesem Einzelkurs lernen Sie diese Struktur präzise zu erkennen und fachlich einzuordnen – ohne Abwertung oder Pathologisierung. Das zentrale Grundthema lautet: Verbindung entsteht über emotionalen Ausdruck, Aufmerksamkeit und zwischenmenschliche Intensität. Nähe bietet Sicherheit; Distanz wirkt verunsichernd oder bedrohlich.
Sie erfahren, wie sich dieses Grundmotiv im Alltag zeigt:
– Denken: beziehungsorientiert, emotional gefärbt, stark auf Resonanz ausgerichtet
– Verhalten: expressiv, kontaktfreudig, impulsiv im Ausdruck, schnell wechselnde emotionale Intensität
– Konfliktmuster: Dramatisierung, starke Reaktionen bei Distanz, Bedürfnis nach Bestätigung und Rückversicherung
– ICD-10-Referenz: F60.4 (histrionische Persönlichkeitsstörung) – im Kurs klar abgegrenzt vom strukturellen Verständnis
Anhand typischer Situationen aus Beratung, Teamarbeit, Führung und pädagogischen Kontexten wird deutlich, warum Menschen mit histrionischer Struktur häufig als „überemotional“ oder „fordernd“ wahrgenommen werden – und welche tatsächlichen Ressourcen vorhanden sind: hohe Ausdrucksfähigkeit, soziale Energie, Empathie, Motivation, Kontaktstärke und die Fähigkeit, Gruppen zu aktivieren und positive Stimmung aufzubauen.
Sie erhalten einen klaren Kommunikationsleitfaden: Wie Sie Stabilität vermitteln, Übertreibungen ohne Konfrontation reduzieren, Grenzen respektvoll setzen und Beziehungssicherheit herstellen. Sie lernen, wie Sie emotionale Eskalationen entschärfen, Erwartungsmanagement betreiben und eine klare, nicht-emotionale Sprache nutzen, um Verlässlichkeit zu schaffen. Ein praxisnaher Test zur histrionischen Struktur ermöglicht eine direkte Anwendung der Inhalte.
Ziel dieses Einzelkurses: Sie sollen Menschen mit histrionischer Struktur früher erkennen, ihre Muster besser verstehen und sie im beruflichen Alltag so begleiten oder führen können, dass weniger emotionale Überreaktionen entstehen – und mehr Struktur, Stabilität und konstruktive Kooperation möglich wird.
Kursinhalt
allgemeine Grundlagen & Rahmen
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1.1 Warum Persönlichkeitsstörungen kennen?
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1.2 ICD-10 (alt) – Überblick
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1.3 Cluster A, B, C – Merkhilfe
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1.4 Profacos-Übertrag