Über Kurs
Kursbeschreibung: Zwanghafte / anankastische Persönlichkeitsstruktur (F60.5)
Eine zwanghafte bzw. anankastische Persönlichkeitsstruktur ist kein Zeichen von Starrheit oder Unflexibilität „aus Prinzip“, sondern ein stabiles Muster, wie ein Mensch Verantwortung, Regeln und Kontrolle organisiert. In diesem Einzelkurs lernen Sie diese Struktur präzise zu erkennen und fachlich einzuordnen – ohne Abwertung oder Pathologisierung. Das zentrale Grundthema lautet: Sicherheit entsteht durch Ordnung, Verlässlichkeit und Kontrolle. Unsicherheit, Unklarheit oder Fehler wirken bedrohlich und lösen kompensierende Kontrollstrategien aus.
Sie erfahren, wie sich dieses Grundmotiv im Alltag zeigt:
– Denken: detailorientiert, regelbezogen, ordnungsliebend, stark auf Fehlervermeidung fokussiert
– Verhalten: sorgfältig, strukturiert, kontrollierend, mit hohem Verantwortungsbewusstsein
– Konfliktmuster: Perfektionsdruck, Festhalten an Regeln, geringe Fehlertoleranz, Überkontrolle
– ICD-10-Referenz: F60.5 (anankastische Persönlichkeitsstörung) – im Kurs klar abgegrenzt vom strukturellen Verständnis
Anhand typischer Situationen aus Führung, Teamarbeit, Beratung und pädagogischem Alltag wird deutlich, warum Menschen mit zwanghafter Struktur häufig als „streng“, „kritisch“ oder „unflexibel“ wahrgenommen werden – und welche Ressourcen tatsächlich vorhanden sind: hohe Zuverlässigkeit, Genauigkeit, Pflichtbewusstsein, strukturiertes Vorgehen und ein stark ausgeprägter Sinn für Qualität und Verantwortung.
Sie erhalten einen klaren Kommunikationsleitfaden: Wie Sie Transparenz schaffen, Erwartungen klar formulieren, Druck reduzieren und Fehlerängste entschärfen. Sie lernen, welche Gesprächsformen Sicherheit geben, wie Sie Kontrollbedürfnisse respektvoll begrenzen und Überforderungen frühzeitig erkennen. Ein praxisnaher Test zur anankastischen Struktur ermöglicht eine direkte Übertragung der Inhalte in den Berufsalltag.
Ziel dieses Einzelkurses: Sie sollen Menschen mit zwanghafter Persönlichkeitsstruktur früher erkennen, ihre Muster fachlich einordnen und sie im beruflichen Kontext so führen oder begleiten können, dass weniger Kontrollkonflikte entstehen – und mehr Struktur, Verlässlichkeit und konstruktive Zusammenarbeit möglich wird.
Kursinhalt
allgemeine Grundlagen & Rahmen
-
1.1 Warum Persönlichkeitsstörungen kennen?
-
1.2 ICD-10 (alt) – Überblick
-
1.3 Cluster A, B, C – Merkhilfe
-
1.4 Profacos-Übertrag